
Ich gebe zu, ich bin von Natur aus doch auch gelegentlich ein recht neugieriger Mensch. Mit dieser Eigenschaft ausgestattet, interessiert mich natürlich auch, wer meine Gegenüber sind – insbesondere in einem Gerichtsverfahren. Im Moment (seit 02/2025) fechte ich ja den Räumungsvergleich vom 22.12.2021 an. Hierzu habe ich auch PKH beantragt, die mir von der nun zuständigen Richterin Klokocka verwehrt wurde – sofortige Beschwerde hierzu läuft, komme ich aber später in einem eigenen Akt darauf zurück.
Hier soll es erstmal um die jetzt zuständige Richterin gehen:
Der Name Klokocka ist im deutschen Sprachraum (und erst Recht unter Richtern) eher selten – Grund genug für mich, ein wenig zu recherchieren. Und siehe da, er taucht u. a. in einem Strafverfahren gegen einen Rechtsanwalt – Stephan Lucas, bekannt aus Sat1: „Richter Alexander Hold“ – aus dem Jahre 2011 vor dem LG Augsburg auf. Die Staatsanwaltschaft, vertreten durch eine Staatsanwältin Klokocka, warf ihm versuchte Strafvereitelung vor, weil er in einer Revision vor dem BGH behauptete, dass zwei Richter ihm einen „Deal“ für seinen Mandanten angeboten hätten, diese diesen Deal aber bestreiten. Dummerweise fand sich in den Akten der StA eine handschriftliche Notiz, Zitat Süddeutsche: „evtl. auch 4 J. 10 Mo.“. Weder die als Zeugen anwesenden beiden Richter noch die Staatsanwältin konnten sich erklären, wie diese Notiz dahin gekommen sei. Wird wohl der Pförtner gewesen sein, der einfach mal seinen neuen Kugelschreiber ausprobieren wollte.
Zentrale Akteure der Justiz – darunter Richter und Staatsanwälte – können es ja nicht gewesen sein, da sie sich an wesentliche Vorgänge nicht mehr erinnern konnten. Und wenn sich solche Menschen, die ja allein schon durch ihren Beruf ein sehr gutes Erinnerungsvermögen haben müssen, an etwas nicht erinnern können, dann kann das ja praktisch auch nicht geschehen sein, oder? 😉
Damals wurde ziemlich ausführlich über den Fall berichtet, z. B.:
- Süddeutsche Zeitung: Wenn der Richter nichts mehr weiß (2011)
- rudolph-recht.de: Strafprozess gegen einen Verteidiger – Können Richter irren?
- Legal Tribune Online: Prozess wegen Strafvereitelung
- Spiegel: Gericht spricht angeklagten Anwalt frei – von Gisela Friedrichsen
- Süddeutsche Zeitung: „Ich hoffe, es gibt noch Richter in Augsburg“ – Zitat: RA Hansjörg Staehle*, ehemaliger Vorsitzender Rechtsanwaltskammer München
Da es nun aber auch am AG oder LG Kempten einen Richter Vladimir Klokocka gibt (s. hier) und beide (Katarina Klokocka) schon seit einigen Jahren in und um Kempten tätig sind, Ausgburg nicht allzu weit ist und es zwischen Kempten und Sonthofen – wo mein Fall spielt – auch nur rund 20 km sind, verstärkt das bei mir die Annahme, dass es sich bei meiner jetzigen Richterin Klokocka und der damaligen Staatsanwältin um dieselbe Person handeln könnte.
Ich möchte an dieser Stelle keine voreiligen Schlüsse ziehen. Dennoch erscheint es mir legitim, diese Zusammenhänge öffentlich zu machen – nicht zuletzt, weil der damalige Fall ein weiteres bezeichnendes Licht auf die Funktionsweise der bayerischen Justiz warf, s. a. bspw. der Fall Mollath. Die Frage, wie sorgfältig mit Erinnerung, Dokumentation, Verantwortung, Beweisen und eindeutigen Indizien umgegangen wird, hat nichts an Aktualität verloren – ganz im Gegenteil, in meinem jetzigen Fall werde ich laufend damit konfrontiert.
Vor diesem Hintergrund und den bisherigen Erfahrungen in meinem Fall, könnt ihr euch sicher vorstellen, dass ich in die weiteren Verhandlungen vor Richterin Klokocka mit eher gemischten Gefühlen gehe.
*RA Hansjörg Staehle durfte ich 2024 mal in einem anderen Streitfall – der über die RAK München lief – gegen einen von mir beauftragten Rechtsanwalt per eMail kennen lernen. Er hat hier sehr professionell vermittelt und das Ganze für mich zu einem wirklich zufriedenstellenden Ergebnis gebracht – herzlichen Dank nochmal dafür.

Noch so´n Zufall: über den Anwalt des Vermieters habe ich mich auch bei der RAK in München beschwert, weil er mutmaßlich ein Dokument manipuliert hat. Dessen Kanzlei liegt nur wenige Meter entfernt (ca. 5 Fußminuten) von der Kanzlei meiner Anwältin, die mich in dem Schadenersatzverfahren vertreten hat. Sie wiederum betreibt ihre Kanzlei in Sozietät mit einem Anwalt der in der RAK München Vorstandsmitglied ist.
Meine Beschwerde gegen den Anwalt des Vermieters wurde jedenfalls abgewiesen… Ob´s da wohl auch einen Zusammenhang gibt – man weiß es nicht.
Ist die Welt nicht ein Dorf? 😉
